Therapieformen in der Chinesischen Medizin

In der Chinesischen Medizin gibt es verschiedenen sich zumeist ergänzende Methoden, die Beschwerden entsprechend der diagnostizierten Muster und Krankheitsmechanismen zu behandeln. Grundlegend sind dies die fünf Säulen der Chinesischen Medizin:
– Akupunktur und Moxibustion
– Chinesische Heilkräuter
– Diätetik
Tuina
– Qigong

Therapien in der Traditionellen Chinesischen Medizin

Akupunktur und Moxibustion – 針灸

Akupunktur – 針刺

Bei der Akupunkturbehandlung werden sehr feine, hochwertig geschliffene und einmalig verwendete Nadeln in spezielle Punkte am Körper eingeführt. Es gibt mehr als 365 dieser Akupunkturpunkte, die alle eine individuelle Wirkung haben. Darunter sind sehr mächtige Punkte, die häufig genadelt werden, da ihr Anwendungsbereich so breit oder aber ihre spezifische Wirkung so stark ist. Die Akupunkturpunkte liegen auf den Leitbahnen, die als Leitbahnsystem ein energetisches Netzwerk von Kanälen bilden. Dieses System ist nicht nur durch die äußeren Akupunkturpunkte, sondern auch über innere Verläufe die Organe miteinander verbunden.
Durch die Akupunktur wird der Qi-Fluss, der Fluss der Lebensenergie, geregelt und ein zuvor diagnostiziertes Ungleichgewicht korrigiert oder ein gestörter Qi-Fluss deblockiert. Blockaden in den Leitbahnen werden aufgelöst, so dass Schmerzen dadurch gelindert werden können. Organe, die im Leitbahnsystem vernetzt sind, können somit besser versorgt, entlastet oder aktiviert werden.

In der Chinesischen Medizin gehört ein weiteres Therapieverfahren eng zu Akupunktur: die Moxibustion.

Therapien in der Chinesischen Medizin - Akupunktur

Moxibustion – 艾灸

Bei der Moxa Behandlung werden durch das Verbrennen von Moxa-Wolle, die aus Beifußkraut hergestellt wird, ein oder mehrere Akupunkturpunkte durch milde Hitze erwärmt und damit eine therapeutische Wirkung erzielt. Es werden auch Leitbahnen und größere Haut- bzw. Muskelareale mit Hilfe von Moxibustion behandelt. Moxibustion stärkt den Mechanismus wärmt und zerstreut Kälte. Es wird zusammen mit der Akupunktur oder auch einzeln durchgeführt.

Chinesische Heilkräuter – 草藥

Die Chinesische Arzneimittellehre ist ein sehr wichtiger Teil der TCM. Es werden hauptsächlich Pflanzenteile (Wurzeln, Rinden, Blätter, Blüten und Ranken), aber auch Mineralien und evtl. Tierprodukte eingesetzt. Alle spezifischen Wirkungsweisen und Charakteristika der Heilsubstanzen wurden über Jahrtausende überliefert. Entsprechend entstammen auch die Rezepturen, mit denen die verschiedenen Heilkräuter zusammengestellt werden, oftmals den über 2000 Jahre alten klassischen Medizintexten. Die Klassifizierung der einzelnen Substanzen entspricht auch der der Diätetik und der energetischen Einteilung der Nahrungsmittel.

Um individuell auf das einzelne Beschwerdebild und den zugrunde liegenden Krankheitsmechanismus einzugehen, werden diese klassischen Rezepturen häufig modifiziert. Die Kräutermischungen werden innerlich als Rohdrogentees, als Pulver, Granulate oder Tabletten eingenommen. Aber auch äußerliche Anwendungen können verschrieben werden.

Die Heilkräuter und Heilsubstanzen sind apothekenpflichtig und werden meist aus China eingeführt. Sie unterliegen in Deutschland strengsten Qualitätskontrollen. Dabei wird natürlich auch die Rote Liste der Artenschutzkontrollverordnung berücksichtigt. Über die jeweiligen Qualitätsstandards kann man sich bei den Apotheken informieren, die chinesische Kräuter vertreiben.

Chinesische Medizin - Heilkräuter

Ernährung / Diätetik – 飲食

In der chinesischen Medizin wird großer Wert auf die Lebensführung und damit natürlich auch auf die Ernährung gelegt. Nahrungsmittel werden auf dieselbe Weise wie Heilkräuter klassifiziert, denn die alten chinesischen Ärzte kannten keinen prinzipiellen Unterschied zwischen Nahrung und Medizin. Es hieß, ein guter Arzt setzt Akupunktur und Kräuterheilkunde erst dann ein, nachdem er zuvor versucht hat, seinem Patienten mit Ratschlägen zur Ernährung und zur Änderung des Lebensstils weiterzuhelfen.

Die Nahrungsmittel selbst werden in vier Kategorien eingeteilt und können somit die Therapie der diagnostizierten Krankheitsmuster in Gang setzen und unterstützen sowie helfen, den Körper im Gleichgewicht zu halten.
Die vier Kategorien:

  • Geschmack: süß, salzig, sauer, bitter und scharf
  • Thermische Qualität: heiß, warm, neutral, kühl und kalt
  • Richtung der Energiebewegung: nach oben, unten, außen, innen
  • Bezug zu den Funktionskreisen und Leitbahnen bzw. Wandlungsphasen
Behandlungen in der Chinesischen Medizin - Diätetik

Manuelle Therapieverfahren

Tuina – 推拿

Der chinesische Begriff für die Tuina-Heilmassage „Tuina Anmo“ setzt sich zusammen aus den Silben: „Tui“ = schieben, „Na“ = greifen, „An“ = pressen, „Mo“ = reiben. Diese Massagetherapie ist wohl die älteste der chinesischen Therapiemethoden und gilt als eine der fünf Säulen der Chinesischen Medizin. Auf Grundlage des Leitbahnsystems wird an den Akupunkturpunkten und entlang der Leitbahnen die Behandlung durchgeführt.
Eine Tuina-Behandlung aktiviert die vitale Energie und das Blut, entspannt Muskeln und Gelenke, reguliert und mobilisiert die Körperfunktionen, lindert Schmerzen und hat eine heilende Wirkung auf verletzte Gewebe. In erster Linie arbeitet der Tuina-Therapeut nach der Diagnostik der TCM. Die Arbeit mit dem Qi steht im Vordergrund.

Therapien Chinesischen Medizin - Tui Na

Guasha – 刮痧

„Gua“ bedeutet „kratzen, schaben“ und „Sha“ steht für eine akute Erkrankung. Die Behandlungstechnik Guasha wird in ganz Asien angewendet. Mit einem flachen, glatten Gegenstand wird durch Schaben eine Hautreizung ausgelöst. Damit wird die Oberfläche befreit, Qi und Blut bewegt und Wind-, Kälte- und Feuchtigkeitsblockaden gelöst.

Schröpfen – 拔罐法

Das Schröpfen als Behandlungsform kennt man auch bei uns aus der alternativen Medizin. Beim Schröpfen in der Chinesischen Medizin wird vorab wiederum eine Diagnose entsprechend der Traditionellen Chinesischen Medizin gestellt und danach behandelt. Schröpfen regt das Immunsystem, den Stoffwechsel und den Lymphfluss an.
Die Schröpfgläser werden vor dem Aufsetzen auf die Haut erwärmt, um ein Vakuum zu erzeugen, wodurch die therapeutische Saugwirkung entsteht.

Werden eine Gua Sha-Behandlung oder Schröpfbehandlung durchgeführt, findet vor der Behandlung noch eine umfassende Information und Aufklärung statt.

Qigong – 氣功

Qigong ist ein Überbegriff für eine Vielzahl von Übungen, die die Qualität und Quantität der Lebensenergie fördern. „Qi“ ist die Lebensenergie und  „Gong“ bedeutet die Fertigkeit, Geschick oder Arbeit, sodass „Qigong“ als die Fertigkeit, das Qi zu lenken, wahrzunehmen oder bewahren übersetzt werden kann. In China wird Qigong von vielen Menschen regelmäßig praktiziert, um zahlreichen Erkrankungen und Beschwerden vorzubeugen oder diese auch zu behandeln.
Viele einfache Qigong-Übungen, die die Atmung regulieren, den Geist beruhigen und eine körperliche und geistige Harmonie fördern, lassen sich für den Patienten besonders gut aus der Praxis mit nach Hause nehmen. Damit ist oft schon viel erreicht

Therapien in der Chinesischen Medizin - Qigong